Samstag, 28. Mai 2016

CleanTech Business Park in Marzahn

Der heutige Tag der offenen Tür beim CleanTech Business Park in Berlin-Marzahn gestaltete sich kontrastreich zur gestrigen Verleihung des Deutschen Filmpreises. Das lag nicht nur an Grün statt Schwarz, Weiß, Gold und Bunt. Das Wetter, die Kirmes vor dem Freizeitforum Marzahn oder der Geburtstag des Hauptbahnhofes waren vor Ort diskutierte Gründe.

CleanTech Business Park in Marzahn
CleanTech Business Park in Marzahn - Info-Pavillon
Passender als "Tag der offenen Tür" wäre ohnehin der Slogan "Tag der offenen Freifläche" gewesen. Die neunzig Hektar des CleanTech Business Parks sind erschlossen, der Info-Pavillon ist eröffnet und die ersten Firmen warten schon auf den Startschuss für die Ansiedlung. Der Fokus liegt hier auf Unternehmen, die sich mit umweltfreundlichen Themen wie eMobility, regenerativen Energien, nachhaltiger Wasserwirtschaft, Energieeffizienz und sonstigen grünen Technologien beschäftigen: CleanTech eben.

Als Vorbild dient der Erfolg des Technology Parks Adlershof. Der tot geglaubte Stadtteil im Südosten Berlins entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem international gefragten Wirtschafts- und Forschungsstandort. Marzahn setzt nun sein "Grün" dagegen. Flankiert wird das durch die IGA, die im nächsten Jahr in den Gärten der Welt auf internationale Besucher wartet.

Deshalb schade, dass heute so wenig los war im Business Park. Neben einem umfangreichen Bühnenprogramm inklusive einer Rede des Bezirksstadtrates Christian Gräff gab es auch Hüpfburgen, Vattenfall-Fotos, sauberes Trinkwasser, Zuckerwatte und gebrannte Mandeln zu Preisen wie sie auch vom Weihnachtsmarkt bekannt sind. Im grünen Pavillon stand Infomaterial bereit und es wurden Präsentationen über den Business Park, die Energiewende und "Elektromobilität in Berlin" implementiert. Dieses Angebot wurde durch ein Hand verlesenes Publikum wahrgenommen.

Wir können gespannt sein, wie es weitergeht mit diesem viel beworbenen Standort, dem CleanTech Business Park Marzahn.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 27. Mai 2016

Deutscher Filmpreis 2016 #lola16

Das schwarze X5-Shuttle mit der großen Aufschrift "Deutscher Filmpreis" stand schon bereit. Wir brauchten etwa eine Stunde durch den Stadtverkehr und fuhren direkt am roten Teppich vor. Die Fondtür wurde geöffnet. Fotografen stürzten herbei. Blitzlichtgewitter. Dann wurde vor einer langen Sponsorenwand der rote Teppich abgeschritten und auf den Stufen zum Palais am Funkturm noch einmal die besondere Atmosphäre genossen.

Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Iris Berben und Andreas Eichler
Iris Berben, Hannelore Elsner, Katja Riemann, Burghart Klaußner, Monika Grütters, Caroline Peters, Peter Kurth und viele weitere Stars der deutschen Filmszene badeten in der Aufmerksamkeit, gaben Interviews oder ließen sich mit ihrem neuen Anhang fotografieren. Das Medieninteresse war so groß, dass nur eine begrenzte Zahl von Journalisten zugelassen war. Das tangierte uns allerdings wenig, da wir über den BMW Excellence Club zu Gast waren.

Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Sophie Haas (Caroline Peters) und Matthias Baumann
Bereits auf der Treppe flimmerten Lieblingsfilme und Serien an uns vorbei und diesmal durften wir sogar als Nebendarsteller mitspielen: neben Sophie Haas, neben Iris Berben, neben Katja Riemann. Gegen halb sechs wurden wir in den großen Saal gebeten. Dort ging es mit den Nebenrollen und cineastischen Handlungen weiter: Foto neben Alberich und Tatort gerechte Suche nach unseren Plätzen in der dritten Reihe. Den Organisatoren muss es wohl ein besonderes Vergnügen bereitet haben, Christine Urspruch (Alberich) neben Tech-Nick (Antoine Monot Jr.) zu platzieren.

Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Alberich (Christine Urspruch) und Matthias Baumann (im Hintergrund Tech-Nick)
Die fast vierstündige Show wurde von Jan Josef Liefers moderiert, mit Reden von Iris Berben und Kulturstaatsministerin Grütters eingeleitet und weiteren bekannten Filmschaffenden wie beispielsweise Milan Peschel, Christoph Maria Herbst oder Detlev Buck mit Witz und Charme gestaltet. Es wurden goldene Lolas für Kameraführung, Schnitt, Hauptrollen, Nebenrollen, Kinderfilme, Filmmusik, Drehbücher, Kulissen, Kostüme oder Tontechnik vergeben. Bei letzterer Rubrik traten zwei Beatboxer aus Kaliningrad auf, die einen Zusammenschnitt aus mehreren nominierten Filmen mit ihrem stimmlichen Können synchronisierten. Die meisten Lolas räumte der Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" ab.

Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Studiosaal
Besonders beeindruckt waren wir von der Produktivität einiger Akteure der Szene. Regina Ziegler ist solch ein Beispiel. Regina Ziegler ist eine Kämpfernatur, die innerhalb von dreiundvierzig Jahren fünfhundert Produktionen realisiert hat, unter denen viele Kino- und Fernsehfilme sowie Serien zu finden sind. Sie bekam den Ehrenpreis.

Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Aftershow-Party
Anschließend ging es mit der Aftershow-Party "Lola Mainstage" weiter. Von Currywurst über Bolognese und Frozen Yogurt bis Sushi war für jeden Geschmack etwas dabei. Das Catering funktionierte bemerkenswert reibungslos. Der Garten war in Tabakwolken getaucht. Dahinter plätscherten die bunt illuminierten Springbrunnen. Die Stimmung war gut und immer wieder begegneten wir unseren Lieblingsschauspielern und konnten als die oben beschriebenen Nebendarsteller fungieren. Nebenbei kosteten wir dicke südamerikanische Zigarren, prüften das Gewicht der echten Lola und beobachteten das ausgelassene Treiben. Die Mainstage wurde von Manege a Trois, DJ Schowi und Porto Bello mit tanzbaren Rhythmen versorgt, was mit fortschreitender Zeit gerne angenommen wurde. Ganz standhafte Partygäste konnten zwischen zwei und fünf Uhr noch die "Lola Clubstage" nutzen. Das war uns dann doch etwas zu spät.

Direkt vor dem Ausgang am roten Teppich standen die BMW-Shuttles bereit. Ohne Wartezeit ging es diesmal in einem schwarzen X3 nach Hause zurück. An den Seiten war der Zweck der Fahrt zu lesen: "Deutscher Filmpreis".

Autor: Matthias Baumann

Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Ursula Karven und Andreas Eichler
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Nadeshda Brennicke und Andreas Eichler
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Sandra Maischberger und Andreas Eichler
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Monika Gruber und Andreas Eichler
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Christoph Maria Herbst und Matthias Baumann (links)
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16
Deutscher Filmpreis 2016 #lola16 - Jan Josef Liefers und Matthias Baumann

Freitag, 20. Mai 2016

Deutscher Schauspielerpreis 2016

5 Jahre Deutscher Schauspielerpreis in zwölf Kategorien sowie 10 Jahre BFFS (Bundesverband Schauspiel) wurden heute Abend im Zoo Palast und anschließend im Bikini Berlin angemessen zelebriert.Der besondere Charme liegt darin, dass dies eine Auszeichnung von Kollegen für Kollegen ist.

Deutscher Schauspielerpreis 2016
Jasmin Tabatabai und Katja Riemann (Foto: Luisa Eichler)
Standing Ovations und lang anhaltender Applaus bei der Verleihung der letzten Kategorie des Abends "Ehrenpreis Lebenswerk" für Armin Mueller-Stahl (85), der trotz gesundheitlicher Probleme diese Hommage persönlich und sichtlich gerührt entgegennahm.

Günther Oettinger hielt die Begüßungsrede und sagte von Seiten der EU-Kommission seine Unterstützung zu bei der Erreichung überaus wichtiger Ziele des BFFS wie z.B. die konsequente Umsetzung des Urheberrechtes. Das wäre doch ein Highlight anläßlich des 25. Jahrestages des EU-Programmes MEDIA in diesem Jahr.

Weitere Preisträger vor ca. 800 Gästen im Zoo Palast waren u.a. in der Kategorie "Beste Schauspielerin in einer Hauptrolle" Claudia Eisinger ("Mängelexemplar"). Das Pendant bei den Männern räumte Peter Kurth ("Herbert") ab.

Autor: Andreas Eichler

Mittwoch, 18. Mai 2016

9th Commonwealth Dialogues und Uganda

Wenn EU-Kommissar Günther Oettinger in seinen Reden über Vierpunktnull das Beispiel "Ukkantah" anführt, spricht er von einem Land im zentralen Osten Afrikas. Ein Land, dessen Flagge aus zwei Deutschlandfahnen in verdrehter Reihenfolge des Rot-Gelb-Bereiches zusammengesetzt ist.

Uganda grenzt an den Viktoriasee und Länder wie Kenia, Sudan, Tansania, Kongo und Ruanda. Aus den umkämpften Nachbarstaaten wurden etwa 300.000 Flüchtlinge aufgenommen. Zudem gibt es über eine Million Inlandsflüchtlinge. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt. Es gibt Schulpflicht mit einer Einschulungsquote von 98%. Katholiken und Anglikaner machen mit knapp 80% den größten Teil der Religionszugehörigkeit aus.

Heute hatte der Botschafter Ugandas Marcel R. Tibaleka zusammen mit Rödl & Partner und der BCCG Britisch Chamber of Commerce in Germany zu den neunten Commonwealth Dialogues eingeladen. Ein beliebtes Veranstaltungsformat im Châlet Suisse, bei dem man reichlich Visitenkarten dabei haben sollte.

Zur Begrüßung gab es ugandischen Gin-Tonic, der zunächst erfrischend und harmlos wirkte und nach dem zweiten Glas seinen Alkoholgehalt offenbarte. Der Botschafter traf mit afrikanischer Pünktlichkeit ein und befasste sich in seiner Rede vorwiegend mit dem Commonwealth. Tony Sims von UKTI prüfte die reichlich genannten Zahlenangaben per Smartphone. Marcel R. Tibaleka schwärmte so sehr vom Commonwealth, dass er gar nicht auf die Vorzüge seines Landes einging. Normalerweise akquirieren die Botschafter Investoren und Touristen für den durch sie vertretenen Staat.

Was sonst noch an interessanten Dingen ausgetauscht wurde, kann hier leider nicht veröffentlicht werden, da die Commonwealth Dialogues generell unter den Chatham House Rules abgehalten werden.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 4. Mai 2016

G7 in Landidylle - Japanischer Ministerpräsident Shinzō Abe auf Schloss Meseberg

Die Kanzlerin kam mit dem Hubschrauber.
Shinzō Abe folgte mit Motorradeskorte und schwarzer S-Klasse.

Japan Shinzō Abe Angela Merkel Meseberg
Japanischer Ministerpräsident Shinzō Abe auf Schloss Meseberg
Ausgerechnet zu Beginn des verlängerten Himmelfahrt-Wochenendes traf sich Angela Merkel mit dem japanischen Ministerpräsidenten in Brandenburg nahe der B96. Die Ampeln auf dem Weg waren durch Polizisten ersetzt worden, die den Verkehr durchwinkten. Die Zufahrt nach Meseberg konnte nur mit Presseausweis oder anderen Akkreditierungen passiert werden. Einheimische Mütter zogen ihre Kleinkinder samt Dreirad auf den Gehweg, da das baldige Entlangdonnern schwerer Motorräder, Limousinen und schwarzer Busse zu erwarten war.

Die Presse traf sich dem Schloss gegenüber im Haus der Messerschmitt-Stiftung. Der Raum für die Pressekonferenz war vorbereitet, aber sehr klein. Die Bildpresse war gepoolt, also auf bestimmte Orte des Geschehens restriktiert. Schreibende Journalisten konnten wiederum an der Pressekonferenz teilnehmen. Es wurden weitere japanische Medienvertreter erwartet. Sehr viele sollten es sein. Man sah sie nicht, aber die Erfahrungen des Besuches von Shinzō Abe vor fast genau zwei Jahren ließen diese Aussage realistisch erscheinen.

Japan Shinzō Abe Angela Merkel Meseberg
Japanischer Ministerpräsident Shinzō Abe auf Schloss Meseberg - Blick vom Gehöft der Messerschmitt-Stiftung
Als der Helikopter zu hören war, gingen wir zum Vorplatz des Schlosses. Die Kanzlerin lief durch den Garten und betrat das Schloss von der Rückseite. Kurz darauf traf Shinzō Abe ein. Nach einer kurzen Begrüßung begannen die Unterredungen zur Vorbereitung des G7-Gipfels, der für den 26. und 27. Mai im japanischen Ise-Schima geplant ist. Shinzō Abe befindet sich im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft zur Zeit auf einer Rundreise zu allen G7-Mitgliedern.

Bei den Gesprächen ging es um sehr verschiedene Themen wie die Bekämpfung von Fluchtursachen, die japanische CeBIT-Partnerschaft im nächsten Jahr, die Konfliktherde in Südostasien, die Gesundheitspolitik, Pandemien, Freihandel zwischen EU und Japan sowie die jüngsten Erdbeben in der Region.

Japan Shinzō Abe Angela Merkel Meseberg
Japanischer Ministerpräsident Shinzō Abe auf Schloss Meseberg - Begrüßung durch Angela Merkel
Der Ministerpräsident würdigte die Führungsstärke von Angela Merkel. "Du bist die stärkste Politikerin weltweit und hast die größte Einflusskraft", sagte er und forderte damit das Verantwortungsbewusstsein der Kanzlerin heraus. Die besonders schwierigen Themen der Sicherheitspolitik wurden auf das anschließende Abendessen verlegt.

Da sich Shinzō Abe für eine "expansive Fiskalpolitik" ausgesprochen hatte, wurde er nach Details gefragt. Er wich der Frage mit Hinweis auf weiteren Gesprächsbedarf aus. Die Kanzlerin hielt drei Dinge für wichtig: die Strukturreformen, die unabhängige Geldpolitik der Zentralbank und den Einklang zwischen Fiskalpolitik und Investitionsklima. Dass in Deutschland keine Steuererleichterungen vorgesehen sind, hatte Finanzminister Schäuble drei Stunden zuvor auf einer Pressekonferenz verkündet. In Sicht auf die regionale Gründerszene wäre jedoch eine steuerliche Begünstigung von Wagniskapital überfällig.

Japan Shinzō Abe Angela Merkel Meseberg
Japanischer Ministerpräsident Shinzō Abe auf Schloss Meseberg - Arbeitsplatz der Journalisten
Die Prognosen und Erfahrungen täuschten nicht. Pünktlich zur Pressekonferenz erschienen tatsächlich noch mehrere Busse mit japanischer Begleitpresse in Meseberg.

Video:
Ankunft des japanischen Ministerpräsidenten Shinzō Abe in Meseberg
Bericht bei CCTV (chinesischer Nachrichtensender) 

Autor: Matthias Baumann